Krankheitsbilder/Therapieformen

Du bist keine Diagnose, Du bist Mensch.

Nachfolgend werden wir auf einige psychische Erkrankungen eingehen und möchten vorweg klarstellen, dass der Krankheitsverlauf und die Genesung immer individuell betrachtet werden muss.

Weiterhin weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Ärzte sind. Die Beschreibungen der Erkrankungen sind von Matthias Ambacher erstellt worden, der als Heilerziehungspfleger über psychische Erkrankungen doziert, und schon seit 22 Jahren in dem Bereich tätig ist.
Der Verlauf jeder Erkrankung oder Beeinträchtigung hängt von vielen Faktoren ab. Wie ist der Mensch in seiner Persönlichkeit strukturiert, in welchem Umfeld lebt er und welche Art der Hilfen nimmt er, sie oder divers an? Dies sind immer Fragen, die sich gestellt werden müssen aus unserer Sicht.

Daher möchten wir auch ausdrücklich erwähnen, dass unsere Unterstützung keinen Facharztbesuch ersetzt oder andere fachliche Hilfen. Wir sind Selbstbetroffene und möchten Betroffenen helfen, sich zu organisieren, sich untereinander zu unterstützen und somit Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Beeinträchtigung eine Lobby zu verschaffen, die es aus unserer Sicht bisher nicht ausreichend gibt.

Sollten Sie unter einer der beschriebenen „Diagnosen“ oder anderen nicht beschriebenen psychischen Diagnosen leiden und möchten auch raus aus der Tabuzone, so schreiben Sie uns eine Nachricht oder besuchen Sie unsere sozialen Medienkanäle und hinterlassen uns dort einen Kommentar.

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Informationen über Krankeitsbilder

Die landläufige Meinung ist, dass Menschen, die unter einer Depression leiden, traurig sein müssen. Dabei ist dieses nicht einmal unbedingt das zentrale Symptom. Häufig beschreiben Menschen den Zustand einer Depression als gefühllos. Sie verspüren oft keine Freude, Trauer oder Wut. Die Gefühle sind sozusagen vergraben unter der Depression.  Diese Menschen verspüren häufig keinen Antrieb mehr und beschreiben einen Verlust an Energie, Schwung und einen Rückzug aus geselligen Aktivitäten. Hobbys werden vernachlässigt und gerne getane Aktivitäten nicht mehr ausgeführt. Die Zukunftsangst spielt auch häufig eine Rolle.

Man unterscheidet zwischen einer depressiven Episode und einer sogenannten rezidivierenden (wiederkehrender) Depression. Die Ausformungen des Leidensdrucks sind sehr unterschiedlich und können von starken Grübeleien bis zum Stupor (völlige Bewegungsunfähigkeit) gehen.

Ausgelöst werden können Depressionen durch hochbelastende Situationen im Außen, oder auch durch „innere Glaubenssätze“, die oft in der Kindheit entstanden sind.

Eine Depression kann auch begleitet werden von einer generalisierten (generellen Gefühlen unbestimmter Angst) Angst. Man findet depressive Symptome auch bei anderen Krankheitsbildern.

Es kann jeden treffen (vom Kind bis ins hohe Alter). Der Verlust eines lieben Menschen oder des Arbeitsplatzes, Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz, der Renteneintritt und die damit verbundene „Tatenlosigkeit“, eine schwere physische Erkrankung usw. usw. können letztlich in eine Depression führen.

Depressionen können auch suizidale Gedanken auslösen. In diesem Fall wenden Sie sich bitte umgehend an den sozialpsychiatrischen Dienst in ihrem Landkreis, Ihrem Facharzt oder andere Helfer, wie z.B. dem Sorgentelefon. Teilen Sie sich Ihren Familienmitgliedern oder Freundeskreis mit. Bleiben Sie nicht mit diesen Gedanken allein!

Der Verlauf der Erkrankung ist auch davon abhängig, wann der Mensch sich Hilfe holt und wie viel Unterstützung im Familien- oder Freundeskreis vorhanden ist.

Psychopharmaka können nur ein Mittel sein, um die Symptome abzumildern. Leider verschreiben Hausärzte immer noch gerne schnell Antidepressiva. Dies ist jedoch gar nicht so ungefährlich. Daher ist die dringende Empfehlung zu geben, sich an Fachärzte zu wenden und eine Psychotherapie aufzunehmen. Manchmal geht es auch nur mit einem Aufenthalt in einer Klinik.

Die Scham, diesen Schritt zu gehen und zu überwinden, kann ein Weg zurück ins Leben sein.

Wenn Sie unter einer Depression leiden, oder durch diesen Text spüren, dass auch Sie Hilfe benötigen, schreiben Sie uns gerne an.

Auch wir kennen diese Phasen gut und können behilflich sein, die richtige Hilfe zu finden und Anregungen geben, was man selbst tun kann.

Die Bipolare Störung ist eine schwere psychische Erkrankung, in deren Verlauf es zu schweren depressiven und manischen Schüben kommen kann. Nicht selten sind zunächst manische Schübe erkennbar, die mit einem übersteigerten Hochgefühl beschrieben werden kann. In dieser Phase sind die Betroffenen meist euphorisch, überaktiv oder gereizt. Im Anschluss dieser Phase folgen dann schwere depressive Schübe, bis hin zur völligen Antriebslosigkeit.

Die „Scham“, was man in der manischen Phase alles gemacht hat, kann so schwer wirken, dass Menschen sich völlig zurückziehen und kaum ansprechbar sind. Dies ist dann als ein schwerer Verlauf zu bezeichnen und ohne klinische Hilfe kaum zu bewältigen.

Die Folgen der manischen Phase des Menschen betreffen oftmals auch das Umfeld. Nicht vollständig geklärt ist, welche Ursachen diese Störung hat. Sie können sowohl erblich wie aber auch von äußerlichen Umständen ausgelöst werden.

Der Leidensdruck ist in der manischen Phase kaum zu erkennen. Während der depressiven Phase ist der Leidensdruck jedoch sehr hoch.

Leider wurden viele Menschen in der Vergangenheit fälschlicherweise bipolar diagnostiziert. Dies liegt wohl daran, weil die Abgrenzungen zu einer Manie nicht immer klar erkennbar sind oder Verhaltensweisen als manisch betrachtet werden, obwohl dem gar nicht so ist.

Deshalb raten wir auch immer dazu Fachärzte aufzusuchen, die sich gut mit der psychischen Gesundheit oder Krankheit auskennen.

Bipolare Störungen findet man auch bei anderen psychischen Erkrankungen. Auch dies mag ein Grund sein, warum manche Helfer nicht weiter forschen und vorschnell diese Diagnose stellen.

Uns sind Menschen bekannt, denen das passiert ist und die deshalb viele Jahre Psychopharmaka eingenommen haben, die nicht zielführend waren.

Du bist aber keine Diagnose. Du bist Mensch und jeder sollte das Recht haben, die für ihn richtige Behandlung zu bekommen.

Sollten Sie von dieser Erkrankung betroffen sein oder im Umfeld dieses Menschen leben und sich mitteilen wollen, würden wir uns über Ihre Nachricht freuen!

Über kein Krankheitsbild wurde mehr in den letzten Jahren gesprochen als über die emotionale Persönlichkeitsstörung Typ Borderline. Weiterhin gibt es auch viele Vorurteile über dieses Krankheitsbild.

Wir mögen den Begriff der Störung nicht. Dies gilt für alle „Persönlichkeitsstörungen“! Kein Mensch ist eine Störung, es sei denn er verhält sich intolerant und respektlos. Dies gilt jedoch für jeden Menschen. Gesund oder erkrankt!

Was ist nun eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung Typ Borderline, früher Borderline-Syndrom?

Der Begriff emotional instabile Persönlichkeitsstörung, früher Borderline-Syndrom, bezeichnet langfristige Probleme in der Steuerung von Gefühlen und innerer Anspannung: dabei kommt es vor allem zu Auswirkungen:

  • in zwischenmenschlichen Beziehungen, diese können konflikthaft und instabil sein; oder /und
  • Selbstbeschädigungen, Selbstverletzungen, ausgeprägten Spannungs- und Angstgefühlen,
  • Empfindungen von innerer Leere und Selbstentwertungen.
  • Da dieses Beschwerdebild oft längerfristig besteht und dabei vor allem um das 20. Lebensjahr erstmals auftritt, spricht man heutzutage von einer Persönlichkeitsstörung.

Die Fähigkeit zur spontanen und bewussten Steuerung von Gefühlen und inneren Spannungen ist besonders in sozial fordernden Situationen wichtig: bei zwischenmenschlicher Nähe, bei Konflikten, bei Enttäuschungen und Zurückweisungen und bei der Äußerung und bei der Umsetzung von Wünschen und Erwartungen. Solche sozialen Situationen und Frustrationen überfordern manche Menschen so sehr, dass sie mit unkontrollierbarer Wut, Verstimmungen, Vorwürfen, Impulsdurchbrüchen, Aggression, aber auch Gefühllosigkeit, Selbstentwertungen oder Rückzug reagieren. Menschen mit emotional instabiler Persönlichkeitsstörung sind für solche Reaktionsweisen besonders gefährdet.

Wichtig ist uns jedoch zu erklären, dass es nicht den einen Borderliner gibt. Nicht jeder sieht nur schwarz oder weiß oder verletzt sich sichtbar selbst. Selbstverletzungen können sich auch anders darstellen. Z.B. durch eine Arbeitswut oder dem Selbstverweigern der Nahrungsaufnahme.

Ein besonderer Mythos ist es, dass alle Menschen mit diesem Krankheitsbild manipulierende Menschen sind. Dies ist ein Vorurteil, welches wir so nicht bestätigen können.

Bei dieser Erkrankung ist es umso wichtiger, dass wir immer wieder klarstellen: Du bist keine Diagnose, Du bist Mensch!

Die allermeisten Menschen mit dieser Diagnose, haben traumatische Erfahrungen in Ihrem Leben gemacht. Nicht selten wurden sie in der Kindheit misshandelt oder gar missbraucht.

Es gibt immer eine Geschichte hinter diesem Krankheitsbild und es gibt den Menschen!

Mittlerweile gibt es gute Therapieformen für dieses Krankheitsbild und die Genesung ist definitiv möglich. Es mag ein langer Therapieweg sein, aber es ist ein lohnender Weg. Wir gehen an anderer Stelle auf Therapieformen ein, weshalb wir an dieser Stelle darauf verzichten.

Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen und helfen Sie uns mit Ihren Erfahrungen, das vorherrschende Bild in der Gesellschaft zu verändern.

Bei Zwangsstörungen leiden die betroffenen Menschen unter wiederholten und als quälend und erlebten Zwangssymptomen in Form von Zwangsgedanken, Vorstellungen oder Handlungen.

In leichten Fällen kann sich der Zwang in Grübeleien manifestieren. In schweren Fällen bestimmen Zwangshandlungen oft den kompletten Alltag.

Es gibt eine Vielzahl von Zwangshandlungen und der Leidensdruck der Betroffenen ist oftmals sehr hoch. Deshalb kommt es auch nicht selten vor, dass diese Menschen in eine Depression fallen.

Wenn Sie unter einer Zwangserkrankung leiden, freuen wir uns, wenn Sie Ihre Geschichte mit uns teilen. Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht und was hat Ihnen vielleicht auch geholfen, wiederzugenesen?

Unter diesem Begriff wird eine Gruppe von schweren psychischen Störungen zusammengefasst, bei denen es zu einem vorübergehenden weitgehenden Verlust des Bezugs zur Realität, oftmals verbunden mit einer fehlenden Krankheitseinsicht kommen kann.

Zu den Symptomen zählen Wahnerleben (Abweichungen von der Realität) und/oder Halluzinationen und Sinneswahrnehmungen ohne reale Reizgrundlage, z.B. Geruchshalluzinationen oder visuelle Halluzinationen.

Es gibt unterschiedliche Ausformungen der Erkrankung. Besonders häufig leiden Menschen unter einer schizophrenen Psychose. Sie zählen zu den endogenen (von innen heraus) Psychosen und können einen schweren Verlauf nehmen. Die Endogene Psychose war früher ein Sammelbegriff für bestimmte psychische Krankheiten, die endogen verursacht sind.

Psychotische Symptome finden sich auch bei dem Gefühlsleben betreffenden affektiven Störungen (“affektive Psychose”), z.B. einer schweren Depression, einer bipolaren Störung mit sowohl manischen als auch depressiven Phasen, oder als Reaktion auf ein traumatisches Erlebnis im Rahmen einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Dieses Krankheitsbild wird leider auch sehr oft falsch wahrgenommen, weil es Filme gibt, die diese Menschen immer als Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Das dahinterstehende Leid wird leider oftmals nicht gesehen.

Matthias hat in seinem Berufsleben sehr häufig mit Menschen gearbeitet, die unter unterschiedlichsten Ausprägungen einer Psychose litten. Keiner von diesen Menschen stellte eine Gefahr dar. Oftmals waren diese Menschen jedoch sehr isoliert. Zum Teil liegt dies auch an dem Krankheitsbild, dass es zu einer Isolierung kommt. Allerdings bei weitem nicht immer. Stellen Sie sich vor, jemand könnte ihre Gedanken lesen! Dieser Gedanke macht Angst. Oder? Und Menschen mit einer Psychose erleben solche Phasen der Angst sehr oft.

Wenn Sie unter einer Psychose gelitten haben oder leiden und Ihre Erfahrungen mit uns teilen möchten, freuen wir uns von Ihnen zu hören.

Dies gilt auch für Angehörige und Freunde!

Unter somatoformen Störungen versteht man körperliche (somatische) Beschwerden, für die auch bei gründlichster organischer Abklärung keine organische Ursache gefunden werden kann.

Dabei kann es zu unerklärlichen Schmerzen kommen und langwierigen Untersuchungen, bis hin zu Operationen usw. Sehr oft wird erst zuletzt nach einer psychischen Ursache gesucht.

Körper und Seele gehören jedoch zusammen. Eine Erkenntnis, die sich erst langsam in der Gesellschaft durchsetzt.

Nicht selten dauert es Jahre, bis diesen Menschen richtig geholfen werden kann. Und leider erfahren diese Menschen auch sehr oft, dass sie als hypochondrisch betrachtet werden. Damit tut man diesen Menschen jedoch unrecht.

Sollten Sie solche Erfahrungen bereits gemacht haben, wenden Sie sich vielleicht mal an einen Facharzt oder begeben sich in eine psychosomatische Therapie.

Ein Leben ohne somatische Beschwerden ist möglich. Diesen Mut möchten wir Ihnen machen.

An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Menschen mit anderen psychischen Erkrankungen nicht selten auch unter körperlichen Beschwerden leiden. Nicht umsonst sagt der Volksmund: „Er oder Sie hat zu viel auf seinen Schultern oder er oder sie hat die Nase voll!“ 

Die Anorexia nervosa ist als erheblicher, selbst herbeigeführter und beibehaltender Gewichtsverlust ohne körperliche Ursache definiert.

Der Gewichtsverlust kann verschiedene Ausmaße annehmen und schließlich lebensbedrohlich werden.

Leider entsteht diese Erkrankung sehr häufig noch vor der Pubertät. Dies kann dann zu Wachstumsstörungen führen.

Es ist unbestritten, dass diese Krankheit sehr viele Familien traumatisiert. Die Sorge um die eigenen Kinder ist allgegenwärtig und wird als hochbelastend empfunden.

Ein weiteres Problem ist es, dass wir Menschen dazu neigen, einem Idealbild von einem Menschen zu folgen und danach streben besonders junge Mädchen und Jungen.

Die betroffenen Kinder oder jungen Erwachsenen (Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen), haben häufig eine verzehrte Wahrnehmung von ihrem Körper. Sie können ihr Gewicht nicht selbst einschätzen und sehen tatsächlich auch nicht ihr Untergewicht.

Herbeigeführt wird der Gewichtsverlust durch exzessive Diäten bis hin zur totalen Verweigerung von Nahrung.

Es kommt nicht selten auch zum Missbrauch von Medikamenten, die den Appetit zügeln sollen.

Sollten Sie Eltern sein eines Kindes mit dieser Erkrankung, oder selbst Betroffen sein von dieser Erkrankung, möchten wir Sie einladen, sich bei uns zu melden und zu schildern, wie das Leben mit dieser Erkrankung ist.

Wir möchten ihnen Mut machen, raus zu kommen aus der Tabuzone. Wir wissen darum, dass Sie als Eltern genauso leiden, wie ihre Kinder auch.

Die Bulimie nervosa hingegen ist durch Heißhungeranfälle und eine übertriebene Beschäftigung mit der Kontrolle des Gewichts gekennzeichnet.

Deshalb werden die Heißhungeranfälle auch mit rigorosen Mitteln und Maßnahmen bekämpft (Erbrechen, Abführmittel usw.). Alles mit dem Ziel nicht zuzunehmen. Auch in diesem Fall sind häufig Jugendliche oder junge Erwachsene betroffen und auch hier trifft es meistens eher Frauen als Männer.

Nicht selten kommt es auch zu einer Kombination mit der Anorexia nervosa.

Wie bei der Anorexia nervosa sind hier auch ganze Familien in Mitleidenschaft gezogen. Die Sorge um die eigenen Kinder können zu schweren Krisen auch bei Eltern und Geschwistern führen.

Trauen Sie sich und melden Sie sich bei uns. Erzählen Sie ihre Geschichte auch deshalb, dass wir mehr Öffentlichkeit für diese Erkrankungen herstellen können und so vielleicht einige Jugendliche noch rechtzeitig erreichen, bevor die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt.

Die Agoraphobie ist die sogenannte Platzangst. Von dieser Erkrankung sind sehr viele Menschen betroffen. Sie kann einen leichten aber auch einen sehr schweren Verlauf nehmen und letztlich in eine generalisierte Angsterkrankung führen. Die allermeisten Menschen berichten jedoch, dass sie mit einer Konfrontationstherapie diese Erkrankungen in den Griff bekommen haben. Also bleibt uns an dieser Stelle nur zu empfehlen: „Holen Sie sich Hilfe und bleiben Sie nicht allein mit dieser Angst!“

Panikstörungen können aber auch eine Angst vor anderen Dingen, Situationen, Tieren usw. sein. Herzrasen, Herzklopfen, Atemnot oder Kurzatmigkeit, Erstickungsgefühlen, Brustschmerzen, Schwindel, Schweißausbrüchen und Zittern sind die am häufigsten genannten Symptome. Panikattacken findet man auch recht häufig bei anderen Erkrankungen, wie z.B. der Depression oder der emotionalen Persönlichkeitsstörung Typ Borderline.

Unterhält man sich mit Menschen, die unter Panikattacken leiden, hört man immer wieder den Satz: „Ich habe dann immer das Gefühl, diesen Moment nicht zu überleben!“

Und dieser Satz sagt so viel aus. Angst ist im Grunde genommen ein sehr wichtiges Gefühl. Hätten wir keine Angst, würden wir uns immer wieder in Gefahren bringen. Wird die Angst jedoch „der heimliche Herrscher“ im Leben eines Menschen, fühlt es sich so an, als sei das Leben bedroht. Hier ist dann Hilfe nötig. Und diese Hilfe sollten Sie auch in Anspruch nehmen, damit der Leidensdruck ein Ende findet. Ein gutes Ende…

Sollten Sie Erfahrungen mit diesen Erkrankungen haben, schreiben sie uns ihre Erfahrungen sehr gerne oder stellen Sie uns Ihre Fragen. Wir sind darum bemüht viele Fragen zu beantworten.

Die soziale Phobie beschreibt die Angst vor großen Menschenansammlungen.

Die Symptome sind ähnlich, wie im vorher beschriebenen Punkt. Oftmals leben diese Menschen sehr zurückgezogen. Allerdings fühlen sie sich auch sehr einsam. Der Wunsch nach einem freien Leben ist immer wieder zu hören. Die Angst vor Menschen nimmt mich gefangen, war mal eine Aussage, die wir gehört haben.

Diese Erkrankung findet man ebenfalls bei anderen Diagnosen. Sie kann also als Einzeldiagnose gelten aber auch als eine zweite Diagnose neben einer Depression, einer psychotischen Störung oder einer emotionalen Persönlichkeitsstörung.

Diese Diagnose lässt sich wohl am besten so beschreiben: Wenn die Angst zur Krankheit wird. Tatsächlich ist diese Erkrankung die häufigste psychische Erkrankung in Deutschland. Angst gehört zu unserem Leben dazu. Angst ist auch wichtig für die Entwicklung von Menschen. Wenn jedoch die Angst das Leben übernimmt, wird es zu einem Problem für die betroffenen Menschen.

Zur Störung wird Angst immer dann, wenn sie wiederholt in Situationen auftritt, in denen real und nach menschlichem Ermessen gar keine Gefahr oder Bedrohung vorliegt, wenn sie also unverhältnismäßig ist. Das Leben dreht sich nur noch um die Angst. Sie ist kein gesundes Gefühl mehr.

Man schätzt, dass etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung unter einer Angststörung leiden.

Wie kann das passieren?

Nun, Angststörungen können entstehen, wenn es z.B. Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule gibt. Angststörungen können durch traumatische Erfahrungen entstehen usw.

Menschen mit Depressionen, Menschen mit Zwangserkrankungen, Menschen mit posttraumatischen Belastungen, Menschen mit psychotischen Belastungen können auch unter einer generalisierten Angststörung leiden.

Mittlerweile gibt es gute Therapieansätze, die helfen die hohe Anspannung zu regulieren und dabei helfen vollständig zu genesen. Darauf gehen wir an anderer Stelle ein.

Sollten Sie unter dieser Erkrankung leiden, oder Erfahrungen im Familiären- und Freundeskreis gesammelt haben, freuen wir uns über Ihre Berichte. Gerne helfen wir auch bei Fragen.

Bei der Demenz handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein sogenanntes Syndrom. Ein Syndrom ist eine Kombination von bestimmten Symptomen. Bei Demenz umfassen diese Symptome unter anderem den Verlust des Gedächtnisses, des Denkvermögens sowie des Orientierungsvermögens. 

Am häufigsten betroffen davon sind ältere Menschen. Es gibt jedoch auch Krankheitsformen, wo jüngere Menschen erkranken.

Die Pflege und Versorgung von Menschen mit einer Demenz wird in Deutschland immer schwieriger und ist auch für Familien eine hohe Belastung.

Daher muss es auch eine zentrale Forderung von uns sein, sich für diesen Personenkreis mehr einzusetzen. Pflegeberufe müssen aufgewertet werden und besser bezahlt werden. Es kann nicht sein, dass wir unsere Senioren und Seniorinnen im Alter allein lassen oder nur unzureichend versorgen können.

Wenn Sie uns Erfahrungsberichte zusenden möchten, freuen wir uns. Wir werden keine Einrichtung an den Pranger stellen, aber auf die Notsituationen in den Einrichtungen und der ambulanten Pflege immer wieder aufmerksam machen.

Denn auch hier gilt: Du bist keine Diagnose, Du bist Mensch!

Die Bedeutung von Trauma ist inzwischen auch unter Laien sehr viel deutlicher geworden, allerdings denken die meisten Menschen immer noch an Katastrophen, Gewalt, Vergewaltigung oder schwere Unfälle, wenn sie an Trauma denken.

Zuerst einmal muss man einen klaren Unterschied machen, zwischen einem traumatischen Ereignis und einer Traumatisierung. Nicht jedes traumatische Ereignis führt bei allen Menschen zu einer Traumatisierung. Andererseits gibt es eben Ereignisse, die normalerweise niemand als traumatisch definieren würde, wie z.B. Operationen, eine schwere Geburt, ein Sturz, ein Zahnarztbesuch, eine Trennung oder andere Ereignisse, die einfach Teil unseres Lebens sind und die trotzdem traumatisch für Menschen sein können. 

Zu viel           zu schnell           zu plötzlich

Letztendlich tritt eine traumatische Reaktion ein, wenn das Bewältigungssystem eines Menschen vollkommen überfordert ist und er oder sie sich hilflos und überwältigt fühlt.

Außerdem unterscheidet man heute zwischen verschiedenen Traumata und diese Unterscheidung ist ein wichtiger Fortschritt, da viele Menschen Symptome haben, die nicht der klassischen Symptombeschreibung der psychiatrischen Handbücher entsprechen, aber trotzdem in ihrem Leben leiden.

Welche Arten von Trauma gibt es?

Man unterscheidet zwischen folgenden Trauma-Kategorien:

  • Schocktrauma
  • Entwicklungstrauma
  • Sekundärtraumatisierung. Betrifft Helfer an Unfallstellen oder Katastrophengebieten oder auch Psychotherapeuten und andere Zeugen eines traumatischen Ereignisses.
  • Ein Krieg hat eine generationsübergreifende Wirkung aber auch eine Vergewaltigung und andere Formen von Gewalt
  • Soziales Trauma (darunter versteht man traumatische Ereignisse, die ganze Volksgruppen betreffen)

 

Wir gehen hier nur auf die beiden erst genannten Traumata ein, da davon Menschen am häufigsten betroffen sind.

Als Schocktrauma definiert man ein einzelnes Ereignis, das meist auch gut im Gedächtnis geblieben ist.

  • Kann während eines Augenblicks entstehen
  • Ist im Normalfall nicht Teil der Persönlichkeit, kann aber über Zeit oder durch Wiederholung in die Persönlichkeitsmuster integriert werden.

 

Wohl jeder von Ihnen erinnert sich noch daran, was er oder sie am 11. September 2001 gemacht hat, als das World Trade Center einstürzte. Diese Erinnerung ist abgelegt in unserem biografischen Gedächtnis.

Andere Erinnerungen an diesen Tag verblassen jedoch und können sich mit der Zeit auch verfälschen. Schauen Sie doch vielleicht mal in Ihr Tagebuch. Sie werden merken, dass sie heute eine andere Erinnerung an weitere Ereignisse dieses Tages haben. Aber der Einsturz des World Trade Center ist tief eingebrannt. Unser biografisches Gedächtnis kann uns also auch belügen. Es kann jedoch auch eine traumatische Erinnerung immer und immer wieder abspulen. In diesem Fall sprechen wir von einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Ein Entwicklungstrauma hat meist vollkommen andere Auswirkungen auf den Menschen.

Ein Entwicklungstrauma ist meist hoher Stress, der über längere Zeit anhält und oftmals damit verbunden ist, sich nirgendwo sicher zu fühlen. Dies führt zu weitaus gravierenderen Folgen, da Kinder unter solchen Umständen kaum die Möglichkeit haben, sich „normal“ zu entwickeln.

Mögliche Folgen können aus Entwicklungstrauma entstehen:

  • Persönlichkeitsstörungen
  • schlechte Selbstregulation (Schwierigkeiten sich zu entspannen, mit Emotionen umzugehen, Bedürfnisse zu fühlen und diese adäquat zu erfüllen etc.)
  • Hohe und dauerhafte Aktivierung des Nervensystems (Dauerstress)
  • Schwierigkeiten sich abzugrenzen, Nein zu sagen, für sich einzustehen, andere zu enttäuschen etc.
  • Starre und unflexible Reaktionen, Schwierigkeiten sich an neue oder unvorhergesehene Situationen anzupassen etc.
  • Wenig Stresstoleranz
  • Beziehungsstörungen (Angst vor Nähe, Stress mit Sexualität, Vermeidungsverhalten, Zynismus, Ironie, Symbiotisches Verhalten oder inneres Alleinsein etc.)

 

Die posttraumatische Belastungsreaktion ist verbunden mit einem hohen Leidensdruck. Die Reaktion kann ausgelöst werden, durch Gerüche, Menschen die dem Täter auch nur ein bisschen ähnlichsehen, laute Geräusche, die an das Trauma erinnern usw. Diese Menschen reagieren in diesem Moment für Außenstehende angstvoll. Im Inneren läuft jedoch der alte Film. Es ist ein Gefühl, als ob man wieder das traumatisierende Ereignis erlebt. Nicht immer muss man sich bewusst an das Trauma erinnern. Dies gelingt oftmals erst durch eine intensive Arbeit mit den „inneren Anteilen“.

Sogenannte Dissoziationen können auch eine Reaktion auf eine PTBS sein. Äußerlich wirkt der Mensch dann, als sei er nicht mehr anwesend. Ein starrer Blick, ein leichtes Zittern ist erkennbar.

Menschen haben uns oft berichtet, als läuft dann der eigene Kinofilm in mir ab. Leider ein alptraumhafter Film. Jede dann folgende Handlung wirkt dann nicht mehr kontrolliert.

Sollten Sie eine dieser Erfahrungen gemacht haben, schreiben Sie uns Ihre Erfahrung. Sie sind nicht allein damit.

Warum schreiben wir Gewalt, Misshandlung und Missbrauch als Krankheitsbild auf?

Diese Ereignisse führen zu schweren psychischen Erkrankungen und sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Wir erleben Kriegsopfer. Wir erleben Kinder und Erwachsene, die Opfer von Misshandlung und Missbrauch geworden sind.

Die Angst, die Scham und unbestimmte Schuldgefühle begleiten diese Menschen oftmals ein Leben lang.

Niemand sollte allein bleiben mit diesen Erfahrungen. Deshalb möchten wir an dieser Stelle den dringenden Appell an Sie richten:

Schauen Sie nicht weg, wenn Sie Kenntnis von Gewalt, Misshandlung oder Missbrauch haben. Organisieren Sie Hilfe, melden sie die Taten.

Wer Opfer allein lässt, macht sich mitschuldig.

Gerne können Sie sich mit ihren Erfahrungen an uns wenden. Wir vermitteln Hilfe oder versuchen Hilfe zu organisieren.

Wir möchten Projekte unterstützen, die sich mit der Prävention solcher Taten beschäftigen.

Deshalb sei an dieser Stelle auch nochmal erwähnt: Wir suchen Sponsoren und Unterstützer unserer Vorhaben, um Menschen zu schützen und ihnen schnelle und hochwertige Hilfe vermitteln zu können!!!

Vielen Dank!!!

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und Hyperaktivitätssyndrom gehört zu den emotionalen und psychischen Störungsbildern bei Kindern und Jugendlichen aber auch bei Erwachsenen kann diese „Störung“ weiterhin auftreten.

Wir möchten an dieser Stelle nur kurz auf die Symptome eingehen und uns vielmehr mit den Folgen für die Kinder, Jugendliche, sowie Erwachsene und deren Familien beschäftigen.

Charakteristisch für ADHS sind folgende drei Hauptsymptome:

  • Hyperaktivität (übersteigerter Bewegungsdrang)
  • Unaufmerksamkeit (gestörte Konzentrationsfähigkeit)
  • Impulsivität (unüberlegtes Handeln)

 

Früher wurden diese Kinder und Jugendliche als „Zappelphilipp“ bezeichnet. Hinzu kam noch eine hohe Impulsivität und wenn dies der Fall war, wurden diese Kinder oftmals in sogenannte Erziehungsanstalten gebracht.

Bis heute werden Kinder und Jugendliche mit diesem Krankheitsbild massiv stigmatisiert. Insbesondere im Kindergarten oder in der Schule werden sie oft gemieden, von Erzieher*innen und Lehrer*innen oft als zu anstrengend empfunden. Eltern werden verurteilt, weil sie angeblich nicht ihr Kind erziehen können und immer wieder kommt es zu Suspensionen. Damit wird man jedoch dem Kind oder dem Jugendlichen nicht gerecht.

Diese Stigmatisierung kann zu massiven Folgen für die Betroffenen führen und auch für die Familien.

Deshalb ist es aus unserer Sicht an dieser Stelle so wichtig auf unser Hauptmotiv aufmerksam zu machen.

Du bist keine Diagnose, Du bist Mensch!

Je früher Menschen therapeutische Hilfe bekommen, kann den Kindern und Jugendlichen geholfen werden. Dazu gehört aus unserer Sicht auch eine gute Prozessbegleitung in der Schule und im Kindergarten. Z.B. durch eine Schulassistenz.

Auch für Erwachsene Menschen mit ADHS gibt es mittlerweile Therapiezentren. Uns ist eines in der medizinischen Hochschule Hannover bekannt.

Liebe Eltern, lassen Sie sich nicht entmutigen und einreden, dass Sie schuld an der Erkrankung ihres Kindes sind.

Wenn Sie uns als Eltern von Ihren Erfahrungen berichten möchten, freuen wir uns über eine Nachricht an community@depression-loose.de. Gerne können wir uns auch zu einem persönlichen Interview treffen.

Das gilt auch für Erwachsene mit ADHS. Melden Sie sich gerne, wenn Sie ihre Erfahrung mit uns teilen möchten.

Wir wollen die Hilfen auch für Sie alle verbessern und uns dafür einsetzen, dass die Entwicklung dieser Kinder und Jugendliche gut gefördert und begleitet wird.

Du bist keine Diagnose, Du bist Mensch!

Der Begriff “Sucht” wurde lange Zeit vor allem mit körperlicher Abhängigkeit von Substanzen gleichgesetzt. Es wird allerdings immer üblicher den Begriff “Sucht” auch auf psychische und soziale Abhängigkeit sowie auf Verhaltensweisen wie Spielsucht, Kaufsucht, Internetsucht, … auszudehnen.

Um zu vermeiden, dass der Suchtbegriff beliebig verwendet wird, ist es allerdings notwendig, auch in Zusammenhang mit nicht substanzgebundenen Süchten klare Grenzen zu ziehen und darauf zu bestehen, dass Sucht Krankheitscharakter hat und nicht mit “Gewohnheit”, oder der natürlichen Abhängigkeit von Nahrung, Kleidung usw. gleichzusetzen ist. Von Sucht sollte man nur sprechen, wenn das zu Grunde liegende Problemverhalten zu einem eigendynamischen, zwanghaften Verhalten wird.

Es ist deshalb sinnvoll den Konsum von Substanzen, aber auch den Einsatz bestimmter Verhaltensweisen in folgende Kategorien einzuteilen:

  • Experimenteller Konsum (Probierkonsum):
  • Im Vordergrund eines experimentellen Konsums steht häufig die Neugierde. Die Bezeichnung „experimenteller Konsum” sagt aber nichts über eine damit eventuell verbundene gesundheitliche Gefährdung oder Schädigung aus. So kann es z. B. auch ohne, dass ein süchtiges Verhalten vorliegt, zu einer Alkoholvergiftung oder zu einem Unfall kommen. Jugendliche testen die Wirkung des Alkohols.

 

  • Unschädlicher Konsum:
  • Hier kann zwischen einem “gelegentlichen, unschädlichen Konsum”, bei dem oft Genuss das Hauptmotiv darstellt, und einem “regelmäßigen, unschädlichen Konsum”, bei dem eher Gewohnheit im Vordergrund steht (z. B. der Bürokaffee, …), unterschieden werden.

 

  • Schädlicher Konsum:
  • Von schädlichem Gebrauch bzw. Konsum kann man sprechen, wenn Risiken, Störungen oder Schäden nach dem Konsum im körperlichen (z. B. Erbrechen, Unfälle, …), seelischen (z. B. Verlust anderer Interessen, …) oder sozialen Bereich (z. B. finanzielle Einbußen, Konflikte, …) auftreten. Der Gebrauch ist allerdings noch nicht süchtig.

 

  • Süchtiger Konsum (Sucht/Abhängigkeit):
  • Der Begriff Sucht inkludiert sowohl “physische”, “psychische” als auch “soziale Abhängigkeit”. Allen Definitionen ist gemeinsam, dass sich das Phänomen der Sucht nicht von heute auf morgen einstellt, sondern einen dynamischen Prozess darstellt.
Informationen über Therapieformen

Die kognitive Verhaltenstherapie basiert auf zwei Annahmen. Sie nimmt an, dass die Gedanken eines Menschen auch seine Gefühle und Verhaltensweisen beeinflusst. Diese drei Faktoren sind entscheidend für das Wohlbefinden eines Menschen. Gerät etwas aus dem Gleichgewicht, kann es zu psychischen Krisen kommen. Die kognitive Verhaltenstherapie zielt darauf ab, dass der Mensch ein besseres Verständnis über seine Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen bekommt. Wie bewerte ich eine Situation, welche Gedanken und Gefühle haben zu dieser Bewertung geführt und wie kann ich Situationen neu bewerten, sind Hauptbestandteile der Therapie.  Dysfunktionale Verhaltensweisen können so verändert werden und Situationen können neu bewertet werden.

Dieses Verfahren geht auf Sigmund Freud zurück, den Begründer der Psychoanalyse. Es geht davon aus, dass der Mensch in der Kindheit und im Laufe seiner Entwicklung bestimmte Prägungen erfährt. Diese entscheiden darüber, wie man mit Herausforderungen oder Konflikten umgeht. Psychische Erkrankungen können das Resultat nicht bewältigter Entwicklungsschritte, aber auch innerer Konflikte oder traumatischer Erlebnisse sein.

Mittlerweile gelten viele Ansätze von Freud jedoch als veraltet. Erikson z.B. hat sich mit Entwicklungskrisen, die jeder Mensch durchläuft, auseinandergesetzt und somit den analytischen Ansatz weiter konkretisiert. Und es gibt noch viel mehr Fachleute, die Freuds Thesen entweder widerlegt haben oder diese erweiterten.

Die TP basiert auf tiefenpsychologischen Grundannahmen. Der Wortteil „Tiefe“ in Tiefenpsychologie verweist dabei sowohl auf die verborgene Tiefe des Unbewussten (unbewusste oder unverstandene Wünsche, Motive und Konflikte) und versucht mit diesen „inneren Anteilen“ zu arbeiten. Das Bewusstwerden von Zusammenhängen kann Menschen helfen, ihre eigenen Konflikte, verborgenen Wünsche und Bedürfnisse besser zu erkennen. Und Erkenntnis, so die Theorie, führt zu einer Verbesserung des Wohlbefindens des Patienten.

Sigmund Freud war einer der ersten, die diesen Ansatz entwickelt haben. Mittlerweile gelten seine Theorien jedoch als veraltet und die TP hat sich weiterentwickelt.

Systemische Therapie (auch: Systemische Familientherapie) ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Schwerpunkt auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen, insbesondere auf Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie und dessen sozialem Umwelt liegt.

Verfechter dieser Therapie sind davon überzeugt, dass alle Menschen in Systemen miteinander interagieren. In der Familie, im Freundeskreis, in der Schule, auf der Arbeit usw. Und dort kann es Konflikte geben, die zu einer psychischen Erkrankung führen. Die ST wird versuchen diese Konflikte aufzudecken und mit den Betroffenen nach einer Lösung suchen, wie ein guter Umgang damit gefunden werden kann.

Der systemische Ansatz findet sich auch in der kognitiven Verhaltenstherapie oder der dialektisch behaviorischen Therapie.

Dieser Ansatz hat sich vielerorts und ganz besonders in der Kinder- und Jugendhilfe durchgesetzt. Der systemische Ansatz ist nicht nur eine Therapie, er kommt auch in Beratungen oder einem Coaching zum Einsatz.

Die DBT integriert Methoden aus verschiedenen Bereichen, wie der Verhaltenstherapie, der kognitiven Therapie, der Gestalt- und Hypnotherapie und aus dem Zen. Es gibt bei dieser Behandlungsform Einzel- und Gruppentherapie sowie Supervision. Je nach Art des Verhaltens oder des Problems wird die adäquate Methode ausgewählt. In drei Therapiephasen werden unterschiedliche Behandlungsziele verfolgt: In der ersten Therapiephase stehen schwerwiegende Störungen der Verhaltenskontrolle im Vordergrund. Hier werden je nach Bedarf auch Fertigkeiten trainiert, die eine Problemlösung für den Patienten ermöglichen, z.B. Fertigkeiten zur Stresstoleranz, zur Gefühlskontrolle, zwischenmenschliche Fertigkeiten, Selbstwertsteigerung und Körperwahrnehmung. In der zweiten Therapiephase werden schwerwiegende Störungen des emotionalen Erlebens bearbeitet und in der dritten Therapiephase Probleme der Lebensführung behandelt.

Ist ein körperorientierter Ansatz zur Lösung von traumatischem Stress. Es ist das Lebenswerk des international anerkannten Traumaforschers und -therapeuten Dr. Peter A. Levine. 

SE eignet sich zur Überwindung von Schocktrauma und zur Transformation von frühem Bindungs- und Entwicklungstraumata.

Leider wird diese Therapie noch nicht von Krankenkassen finanziert. Dennoch zeigen sich mittlerweile immer mehr Erfolge mit dieser Therapie.

Noch zählt diese Therapie zu den „alternativen Therapien“, die jedoch immer mehr an Bedeutung gewinnen. Körper und Seele können nicht voneinander getrennt betrachtet werden.

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, was auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung bedeutet. Dr. Francine Shapiro (USA) entwickelte diese Psychotherapieform zur Behandlung von Traumafolgestörungen Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts.

Durch diese Augenbewegungen sollen innere Verarbeitungsprozesse in Gang gesetzt werden, die helfen Traumafolgestörungen zu lindern. Es ist eine sehr sanfte Methode, um Traumata bewältigen zu können.

Es ist mittlerweile unbestritten, dass die Kunst- und Ergotherapie viele Erfolge in der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen aufweisen kann. Die Therapien dienen dazu, Gedankenspiralen zu durchbrechen, Glaubenssätze zu identifizieren, Traumageschehen zu verarbeiten usw.

Musik hat für Menschen fast auf der ganzen Welt einen sehr hohen Stellenwert. In der Musiktherapie können Emotionen zum Ausdruck kommen, können Blockaden (insbesondere innere Blockaden) gelöst werden usw.

Die Eutonie ist auch ein körperorientierter Ansatz. Hier geht es in erster Linie darum seine eigenen Grenzen zu erkennen und diese nicht zu überschreiten. Es handelt sich dabei um eine Entspannungstechnik.

Meditationen oder Imaginationen haben mittlerweile einen hohen Stellenwert in den sozialpsychiatrischen Bereichen.

Mit Meditationen kann man wunderbar abschalten, Gedanken umlenken und z.B. entspannter einschlafen.

Unter Imagination wird die psychische Fähigkeit verstanden, sinnlich nicht gegenwärtige sog. innere Bilder im Geiste zu entwickeln oder sich an solche zu erinnern, sie zu kombinieren und diese mit dem inneren geistigen Auge anschaulich wahrzunehmen. Bekannteste Übung sind z.B. der sichere innere Ort oder Gepäck ablegen.

Die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen ist ebenfalls eine weit anerkannte Entspannungstechnik. Das bewusste An- und Entspannen der Muskulatur soll dem Menschen helfen, Verspannungen zu lösen.

Psychopharmaka, egal welcher Art, können immer nur die Symptome lindern. Sie lösen jedoch nicht die Probleme, die ein Mensch im Leben hat. Sie helfen ggf. das Leben etwas leichter zu gestalten.

Dennoch ist der Einsatz dieser Medikamente aus unserer Sicht immer mit einem Facharzt abzusprechen und nicht mit einem Hausarzt. Wir möchten niemanden zu nahetreten aber wir kennen viele Geschichten von Menschen, die diese Medikamente von Hausärzten verschrieben bekommen haben und dachten, dass damit ihre Probleme schnell gelöst werden können. Ein gefährlicher Trugschluss. Daher die Bitte an Sie alle: Gehen sie bewusst und gut mit diesen Medikamenten um!

Besondere Vorsicht gilt bei Benzodiazepinen. Diese machen abhängig, wenn man sie länger als vorgeschrieben einsetzt. Insbesondere zu nennen sind hier Diazepam und Lorazepam (besser bekannt als Tavor). Beide Medikamente sind bei einer sehr hohen Anspannung mit Impulsdurchbrüchen gut einsetzbar. Sie sollten nur nicht dauerhaft genommen werden, weil dann die Problematik einer Sucht mit hinzukommen kann.

Glauben Sie uns, das ist immer nur individuell einzuschätzen. Alle Therapien und Ansätze haben Vorteile und Nachteile.

Alle Therapien wollen dem Menschen helfen, besser mit sich und seinem Umfeld klarzukommen.

Die DBT z.B. ist eine Therapie, die sehr vielen Menschen mit einer emotionalen Persönlichkeitsstörung vom Typ Borderline hilft. Dennoch wäre es von uns vermessen, darüber ein Urteil abzugeben. Es gibt auch Therapeuten, die eigentlich allen Menschen so eine Therapie empfehlen, weil sie eben sehr hilfreich ist, die eigene Anspannung gut zu regulieren 😉. Und wer möchte nicht gerne etwas gegen eine hohe Anspannung tun?

Die hier vorgestellten Therapien sind weltweit bekannt und wir erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Wir würden uns jedoch freuen, wenn sich möglichst viele Betroffene oder Helfer*innen finden würden, die uns von spannenden Therapien erzählen, die Ihnen geholfen haben und mit dem Sie schon viele Erfolge erzielen konnten.

Wir können uns auch gerne mit Ihnen treffen und Sie erzählen uns Ihre Geschichte und Ihre Erfahrungen mit Therapien. Dann schreiben Sie uns doch eine E-Mail an:
community@depression-loose.com

Eine viel zitierte Definition des Recovery-Begriffes von William A. Anthony lautet: „Recovery
ist ein zutiefst persönlicher, einzigartiger Veränderungsprozess der Haltung, Werte, Gefühle, Ziele, Fertigkeiten und Rollen. Es ist ein Weg, um ein befriedigendes, hoffnungsvolles und
konstruktives Leben, trotz der durch die psychische Krankheit verursachten
Einschränkungen zu leben. Recovery beinhaltet die Entwicklung eines neuen Sinns und einer neuen Aufgabe im Leben, während man gleichzeitig über die katastrophalen Auswirkungen von psychischer Krankheit hinauswächst.“

Das Recovery Modell stellt also das Genesungspotenzial des Patienten in den Vordergrund. Während „veraltete Modelle“ in der sozialpsychiatrischen Versorgung eher die Symptomfreiheit oder die Symptomreduzierung in den Vordergrund stellen.

1975 gab es zuletzt eine Psychiatrie Enquete, die von der Bundesregierung eingesetzt wurde und an dem Sachverständigen und über 200 Mitarbeitern aus den sozialpsychiatrischen Bereichen tätig waren. Der Bericht deckte damals unhaltbare Zustände auf und sorgte dafür, dass ein humanes Menschenbild Einzug halten konnte in der Psychiatrie. Dennoch sind diese Modelle heute nicht mehr aktuell.

Auch durch die Empowerment Bewegung, also der Selbstbefähigung von Menschen müssen sich auch sozialpsychiatrische Bereiche heute mit neuen Angeboten und Modellen auseinandersetzten. Die Behandlung allein der Symptomatik führt relativ oft dazu, dass Patienten immer wieder in Krisen fallen, weil sie unbewusst denken: „Ich muss mich ja an meiner Diagnose gewöhnen!“

Dem ist jedoch nicht so, wie neueste Studien zeigen.

Krisen können wieder zu psychischen Problemen führen aber moderne Herangehensweisen helfen dem Menschen auch dabei, seine Potenziale zu entdecken und an eine vollständige Genesung zu glauben.

Das Recovery Modell ist keine Therapieform. Vielmehr ist es eine Grundhaltung von Helfer*innen im sozialpsychiatrischen Bereich. Du bist keine Diagnose, du bist Mensch, ist daher nicht einfach nur ein Slogan von uns, sondern verkörpert vielmehr unsere Haltung. Wir glauben an die Möglichkeit wiederzugenesen. Wir glauben, dass es Möglichkeiten gibt, trotz psychischer Beeinträchtigungen ein gutes und hoffnungsvolles Leben zu führen.

Wenn Sie in Bereichen tätig sind, wo schon nach dem Recovery Modell gearbeitet wird, schreiben Sie uns doch eine Nachricht an community@depression-loose.com. Wir freuen uns mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Wenn Sie vielleicht eine Genesungsbegleiter Ausbildung gemacht haben, die den Recovery Ansatz besonders hervorhebt, freuen wir uns ebenfalls über einen Erfahrungsbericht. Genesungsbegleiter sind Selbstbetroffene und helfen Menschen in sozialpsychiatrischen Bereichen.

Wir glauben an das Recovery Modell und sind daran interessiert, möglichst viele Fachleute davon zu überzeugen, dass Genesungspotenziale von Patienten in den Mittelpunkt alles Handeln gehört.

Helfer*innen, Fachärzte, Therapeuten und Psychologen

Wir möchten alle Helfer*innen, Fachärzte, Therapeuten und Psychologen einladen, sich mit uns zu verbinden. Bitte beachten Sie dabei unsere Ziele. Wir möchten Ihnen die Chance geben Ihre Arbeit vorzustellen. Dabei sollte der Recovery Ansatz Ihnen vertraut sein.

Wenn Sie mit uns ins Gespräch kommen möchten, wie Selbstbetroffene über Therapieangebote denken oder was sie sich von Therapien erhoffen, dann melden Sie sich gerne bei uns. Wir freuen uns über jede Kontaktaufnahme.

Das gilt auch für alle Behörden, die für sozialpsychiatrische Hilfen zuständig sind. Sei es das Amt für soziale Dienste, die Eingliederungshilfe, das IP Network oder eine Krankenkasse.  Wir möchten mit Ihnen in den Austausch kommen und würden uns ebenfalls über Ihre Unterstützung freuen.

Schreiben Sie uns eine Mail an:

service@depression-loose.com oder rufen Sie uns an! 

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